von Markus Baier · 9. Juni 2026
"Vibe Coding" hat einen schlechten Ruf, und oft zu Recht. Man wirft einem Modell einen Prompt hin, nimmt das erste Ergebnis, das läuft, und hofft, dass es trägt. Das ist kein Vibe, das ist Roulette. Schnell am Anfang, teuer am Ende.
Wir verstehen Vibe Coding anders: als disziplinierte Methode, AI-native zu bauen. Schnell, aber reproduzierbar. Mutig, aber überprüfbar.
Der Reflex ist, schneller zu prompten. Der Hebel ist, der KI besseren Kontext zu geben. Ein Design System als Token- und Komponenten-Layer, klare Architektur-Entscheidungen, eine saubere Trennung von Inhalt und Darstellung: Das sind die Leitplanken, in denen ein Modell verlässlich liefert.
Mit Kontext wird aus "bau mir eine Seite" ein präziser Auftrag, dessen Ergebnis vorhersehbar ist und sich in das bestehende System einfügt.
Diese Methode entkoppelt Geschwindigkeit von Risiko. Ein Senior trifft die Entscheidungen, die KI übernimmt die Arbeit, für die früher ein ganzer Team-Layer nötig war, und das System sorgt dafür, dass das Ergebnis konsistent bleibt. Kein Junior-Staffing, keine Handoffs, vom Token bis zum Launch.
Das ist der Grund, warum AI-native Produktentwicklung bei uns kein Versprechen ist, sondern ein wiederholbarer Prozess. Vibe Coding, richtig verstanden, ist nicht das Gegenteil von Sorgfalt. Es ist Sorgfalt mit Tempo.